Weltfrauentag – Angebote im Referat Eingliederung

veröffentlicht am 09.03.2026

Der Internationale Frauentag (08. März in jedem Jahr) erinnert daran, dass Gleichberechtigung kein erreichter Zustand ist, sondern eine gesellschaftliche Aufgabe. Weltweit – auch hier vor Ort – erleben Frauen strukturelle Benachteiligung: geschlechtsspezifische Gewalt, Armutsrisiken, ungleiche Sorgeverantwortung, fehlende Schutzräume und soziale Ausgrenzung.

Besonders sichtbar wird diese Ungleichheit dort, wo Lebenslagen ohnehin prekär sind – bei Wohnungslosigkeit, Suchterkrankungen oder existenziellen Krisen. Frauen in diesen Situationen tragen häufig zusätzliche Belastungen: Traumatisierungen, Stigmatisierung, ökonomische Abhängigkeiten oder die Erfahrung von Gewalt.

Wir sehen es als unseren täglichen Auftrag, Menschenwürde konkret zu schützen. Gleichberechtigung darf nicht bei Symbolen stehen bleiben. Sie braucht verlässliche Strukturen, ausreichende Ressourcen und den politischen Willen, Schutz und Teilhabe nachhaltig zu sichern. Mit unseren frauenspezifischen Angeboten im Referat Eingliederungshilfe leisten wir dazu einen konkreten Beitrag.

Frauenspezifische Angebote im stationären Kontext

In unseren stationären Einrichtungen schaffen wir geschützte Räume, in denen Frauen Stabilität, Sicherheit und neue Perspektiven entwickeln können.

  • In unserem Don Bosco Haus besteht im Rahmen des Wohnangebotes eine Frauen-WG als besonderer Schutzraum. Sie ermöglicht Rückzug, Sicherheit und individuelle Entwicklung in einem geschützten Umfeld.
  • In unserem Haus Christophorus wird mit der Frauengruppe „Stark & stabil“ ein spezifisches Gruppenangebot für Frauen vorgehalten. In kleiner, vertrauensvoller Runde stehen Selbstwert, Abgrenzung, Beziehungsmuster und Selbstfürsorge im Mittelpunkt.
  • In unserer sozialtherapeutischen Einrichtung Impuls ergänzt eine frauenspezifische Gruppe für Frauen mit Abhängigkeitserkrankungen das stationäre Angebot. Der geschützte Rahmen ermöglicht es, geschlechtsspezifische Themen offen zu bearbeiten und neue Bewältigungsstrategien zu entwickeln.

Allen Angeboten gemeinsam ist ein traumasensibler, ressourcenorientierter Ansatz, der Frauen stärkt und sie auf ihrem Weg in ein selbstbestimmteres Leben unterstützt.

Schutz und Unterstützung in akuten Krisen

In unserem  Café Plattform stehen Frauen in akuten Notlagen geschützte Übernachtungsplätze in einer separaten Frauennotschlafstelle zur Verfügung. Ein Nachtdienst sorgt für Sicherheit und Ansprechbarkeit. Ergänzend bieten weibliche Fachkräfte Beratung in geschützter Atmosphäre an und unterstützen bei der Vermittlung weiterführender Hilfen. Mit dem wöchentlichen Frauencafé schafft das Café Plattform zudem einen geschützten Treffpunkt für Austausch, gegenseitige Unterstützung und gemeinschaftliche Aktivitäten.

Geschützte Beratung und Teilhabe

Im Rahmen unserer Fachberatungsstellen für Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten nach § 67 SGB XII bieten wir eine Frauenfachberatung im geschützten Rahmen an. Sie richtet sich an Frauen und Menschen, die sich dem weiblichen Geschlecht zugehörig fühlen und von Wohnungs- oder Obdachlosigkeit bedroht sind, in Armut leben, Gewalt erfahren oder sich in psychosozialen Krisen befinden. Ziel ist es, Selbstwirksamkeit zu stärken, Ressourcen zu aktivieren und neue Perspektiven zu entwickeln. Die Beratung erfolgt respektvoll, freiwillig und kostenfrei.

Ein geschlechtsspezifisches Beschäftigungsangebot ist zudem das im Café Plattform durchgeführte Stoffmarkt-Projekt. Wohnunglose und suchtkranke Frauen wirken hier aktiv mit, bereiten gespendete Kleidung auf und unterstützen bei der Durchführung einer regelmäßig stattfindenden Second-Hand-Veranstaltung. Das fachlich begleitete Projekt bietet Struktur, Beteiligung und die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen.

Unsere Einrichtungen engagieren sich darüber hinaus in fachlichen Arbeitskreisen und internen Arbeitsgruppen zur kontinuierlichen Weiterentwicklung frauenspezifischer Angebote.

Unser Auftrag – über den 8. März hinaus

Der Weltfrauentag macht sichtbar, was für uns tägliche Praxis ist: Schutzräume schaffen. Ressourcen stärken. Teilhabe ermöglichen. Frauenspezifische Angebote sind kein Zusatz, sondern Ausdruck unseres Selbstverständnisses. Gleichberechtigung braucht Strukturen. Und sie braucht den gemeinsamen Willen, soziale Ungleichheit nicht hinzunehmen.

 

Vier Frauen sitzen bei einer Tasse Kaffee um den Tisch und sprechen miteinander.
Jaqueline Kroll

Ansprechpartnerin

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