Gesundheitsmanager in St. Anna
veröffentlicht am 06.04.2026
In einem Seniorenheim dreht sich viel um das Thema Gesundheit. In erster Linie um die Gesundheit der Bewohnerinnen und Bewohner – doch in Zeiten, in denen Belastungen am Arbeitsplatz etwa durch Fachkräftemangel, Bürokratie und andere Faktoren immer weiter steigen, rückt auch die Gesundheit der Mitarbeitenden mehr in den Fokus.
Im Seniorenzentrum St. Anna unserer Tochter, der Aachener Caritasdienste gGmbH, die unsere stationären Pflegeeinrichtungen führt, gibt es nun seit Ende vergangenen Jahres Mitarbeitende, die sich um das Wohl der Kolleginnen und Kollegen kümmern. In enger Zusammenarbeit mit dem Institut für betriebliche Gesundheit und der AOK Rheinland wurden Silke Sidelmann und Justin Dammers in speziellen Fortbildungen geschult und sind nun jeweils Ansprechpartner bzw. Ideengeber in ihren Aufgabenbereichen.
Justin Dammers kümmert sich als Ersthelfer für psychische Gesundheit am Arbeitsplatz um das psychische Wohlergehen der Kolleginnen und Kollegen. Der 26-Jährige ist examinierte Pflegefachkraft, hat schon seine Ausbildung im Seniorenzentrum St. Anna gemacht und ist für diese Aufgabe die ideale Besetzung, wie Einrichtungsleitung Angela Sander erklärt. Er sei ruhig, besonnen und sei bei seinen Kollegen sehr beliebt, wodurch er eine hohe Akzeptanz genieße. In erster Linie vermittelt Justin Dammers Hilfsangebote, er kennt durch seine Fortbildung und durch gute Vernetzung Ansprechpartner und Hilfsangebote, die bei psychischer Belastung weiterhelfen. Und da ist die Bandbreite groß: Von finanziellen Sorgen bis hin zum drohenden Burnout kann der 26-Jährige weiterhelfen. Ziel ist es, möglichst frühzeitig den Kollegen eine Hilfestellung zu geben, um so das Wohlbefinden der Mitarbeitenden zu steigern. Auf diesem Weg lassen sich im Idealfall Krankheitsfälle vermeiden, außerdem fühlen sich die Mitarbeitenden wohl an ihrem Arbeitsplatz, wenn sie sorgenfreier arbeiten können.
Dazu trägt auch Kollegin Silke Sidelmann bei, die sich als Gesundheitsmanagerin sowohl um das körperliche als auch seelische Wohlbefinden der Kolleginnen und Kollegen kümmert. Sie ist seit vielen Jahren Betreuungskraft in der Einrichtung und das Thema Gesundheitsförderung liegt der 58-Jährigen ohnehin sehr am Herzen. Sie ist jetzt nach ihrer Fortbildung eine Art Bindeglied zwischen den Mitarbeitern und dem Leitungsteam der Einrichtung, sie hört sich bei den Mitarbeitenden um, welche Bedarfe gerade wichtig sind und bespricht mit den Leitenden Ideen, wie spezielle Angebote geschaffen werden können. Das können zum Beispiel besondere Bewegungsangebote sein oder ein Training für Rückengesundheit. Aber auch gesunde Ernährung steht auf dem Plan. Hierfür gibt es jetzt regelmäßig Tipps, die in St. Anna über einen Bildschirm im Foyer zu lesen sind. Mitarbeiter können Silke Sidelmann aber auch einfach ansprechen und Bedarfe äußern. Sie muss dann einschätzen, wie damit umzugehen ist.
Beide Kollegen fühlen sich mit ihren neuen Aufgaben, für die sie auch extra Freiräume bekommen, sehr wohl und in der Einrichtung ist man sicher, dass die Angebote Früchte tragen werden.
Erwachsen ist das Ganze aus dem sogenannten Gesa-Projekt, einem Konzept zur Gesundheitsförderung in stationären Pflegeeinrichtungen auf Ebene der Beschäftigten und der Bewohner. Daraus ist in St. Anna eine intensive Zusammenarbeit mit der AOK Rheinland und dem Institut für betriebliche Gesundheit entstanden, in dem noch viele weitere Projekte entwickelt werden. Ziel ist es, ein Umfeld zu schaffen, in dem verschiedene gesundheitsfördernde Maßnahmen greifen, von denen alle profitieren sollen.
