Unser Migrationsdienst stellt sich vor

veröffentlicht am 28.12.2020

Was verbirgt sich hinter der Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer?

Die Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE) unterstützt seit 15 Jahren zugewanderte Menschen über 27 Jahre und ihre Familien bei der sprachlichen, beruflichen und sozialen Integration. Die MBE und die Integrationskurse wurden im Jahre 2005 mit dem neuen Zuwanderungsgesetz eingeführt. Die MBE wird durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat und Eigenmittel der Träger gefördert. Für die Durchführung der MBE ist das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zuständig.

Das Beratungsangebot der MBE umfasst eine Vielzahl alltäglicher Fragen – unter anderem zu Sprachkursen, Wohnen, Arbeit, Gesundheit, Kinderbetreuung/Schule sowie zu einfachen rechtlichen Fragen. Ziel der Beratung ist es, durch einen ganzheitlichen Beratungsansatz den individuellen Integrationsprozess der Zuwanderer auf sprachlicher, beruflicher sowie sozialer Ebene zu begleiten. Dabei steht die Befähigung zum selbstständigen Handeln in alltäglichen Lebenssituationen im Vordergrund.

Das Netz der MBE-Beratungsstellen wurde um ein digitales Beratungsangebot erweitert, das Ratsuchenden die Möglichkeit bietet, über die mbeon-App eine Chat-Beratung bei 350 Ansprechpartner bundesweit kostenfrei, anonym, datensicher und vielsprachig in Anspruch zu nehmen.

In der Städteregion Aachen wird das MBE-Beratungsangebot zurzeit von uns, der AWO, Diakonie (Werkstatt der Kulturen), DRK und vom PÄZ angeboten. Die MBE-Beratungsstellen sind ein fester Bestandteil des städteregionalen Integrationsnetzwerkes. Die Beratungsarbeit erfolgt auf der Grundlage aktiver Kooperation und enger Abstimmung mit vielen beteiligten Institutionen, Behörden sowie Einrichtungen vor Ort, wie z.B. Integrationskursträger, Kommunale Integrationszentren, Arbeitsverwaltung, Ausländerbehörde, Jobcenter etc. organisiert.

In den 15 Jahren hat sich das MBE-Beratungsangebot als ein zielgruppenspezifisches Angebot mit einer Vielfalt an Beratungsthemen bewährt und wird von der Zielgruppe sehr gut angenommen. Das zeigen auch die jährlich ansteigenden Fallzahlen in den meisten Beratungsstellen. Dennoch müssen die bestehenden Beratungsstellen die Finanzierung jährlich sichern, was mit einem hohen zeitlichen und personellen Aufwand einhergeht. Die Erfahrungswerte zeigen, dass in einer Gesellschaft, in der Einwanderung erwünscht ist, der individuelle Integrationsprozess Begleitung und Unterstützung benötigt, die von den MBE-Beratungsstellen optimal geleistet wird.

 

Und was macht ein Jugendmigrationsdienst?

Die Jugendmigrationsdienste (JMD) begleiten bundesweit mit 481 Beratungsstellen junge Menschen mit Migrationshintergrund im Alter von 12-27 Jahren mittels individueller Angebote und professioneller Beratung bei ihrem schulischen, beruflichen und sozialen Integrationsprozess in Deutschland. Dazu gehört beispielsweise die Hilfe zur Anerkennung von ausländischen Schul- und Berufsabschlüssen sowie eine umfangreiche Information über das Schul-, Ausbildungs- und Hochschulsystem oder die Unterstützung bei Behördenangelegenheiten. Die Förderung der Teilhabe von jungen Migranten in allen Bereichen des sozialen, kulturellen und politischen Lebens steht im Fokus der JMD-Arbeit. Die Beratungsthemen und –fragen überschneiden sich teilweise mit denen der MBE. Hier arbeiten die Fachdienste eng zusammen. Jedoch kommen beim JMD jugendspezifische Beratungsanliegen hinzu.

Seit 2004 berät unser JMD  Jugendliche und junge Erwachsene mit Migrationshintergrund in der Stadt Aachen sowie in Stolberg und Alsdorf. Gefördert wird der JMD durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. 

 

Unsere Beratungsangebote in Zeiten von Corona

Der besondere Zugang der MBE und JMD Beratungsstellen zu den Migrant war durch die langjährige Beratungsarbeit  gerade in den ersten Wochen der Corona-Krise für die zeitnahe Streuung mehrsprachiger Informationsmaterialien über das Corona-Virus sowie über Schutzmaßnahmen sehr effektiv. Darüber hinaus kann zurzeit über Telefon und per E-Mail eine serviceorientierte Beratung angeboten werden. Die MBE nutzt für die Beratung zudem das Online-Angebot über die mbeon-App.

Insbesondere während der Corona-Zeit sind unser MBE- und JMD-Kollegen gefragt. Denn die Corona-Krise stellt für Menschen mit Migrationshintergrund eine besondere Herausforderung dar: Sie sorgen sich nicht nur darum, den Arbeits- bzw. Ausbildungsplatz zu verlieren oder wichtige Behördentermine nicht wahrnehmen zu können. Es werden mitunter auch traumatische Erinnerungen wach. Gerade der telefonische Kontakt zu Behörden diesen stellt Migranten mit teilweise noch geringen Deutschkenntnissen vor große Herausforderungen. Die Vermittlung zwischen beiden Seiten stellt somit gerade jetzt eine wichtige Aufgabe der MBE- und JMD-Mitarbeiter dar.

 

 

Servicebüro Jugendmigrationsdienste
Marinko Kalić

Ansprechpartner

Marinko Kalić

Teamleiter

Telefon: 0241-94927222

E-Mail: m.kalic@caritas-aachen.de

Fremdsprachen: englisch, kroatisch