Wie trägt man einen Mund-Nasen-Schutz?

veröffentlicht am 14.04.2020

In Österreich und Tschechien gilt bereits die Mundschutzpflicht, auch in Jena sollen Masken in der Öffentlichkeit getragen werden. Wenn die momentanen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus – wie Schließung von Restaurants oder Geschäften, deren Angebote nicht für den täglichen Bedarf sind, langsam wieder gelockert werden, kann es sein, dass es auch bei uns zu einer Mundschutzpflicht kommen wird. Auch jetzt sieht man z.B. beim Einkaufen Menschen, die einen Mundschutz tragen.

Welchen Mundschutz gibt es und wozu sind sie gut?

In der aktuellen Diskussion dreht sich alles um die klassische OP-Maske oder mittlerweile auch selbstgenähte
Modelle – den sogenannten Mund-Nase-Schutz – auf der einen und die partikelfiltrierende
Atemschutzmasken – sogenannte FFP1-, FFP2- oder FFP3-Masken – auf der anderen Seite. FFP2- und FFP3-Masken sollten ausschließlich für medizinisches Personal vorbehalten sein.

Für den privaten oder nicht-medizinisch-beruflichen Bereich kommen die klassischen OP-Masken oder selbstgenähter Mund-Nasen-Schutz in Frage.

Worauf müssen Sie achten?

Klassische OP-Masken
Diese Mund-Nasen-Maske (MNS) dient vor allem dem Fremdschutz. Muss der Träger z.B. niesen oder husten, so werden die möglicherweise infektiösen Tröpfchen etwas abgebremst und das Gegenüber geschützt. Die Hygieneregeln (regelmäßiges Händewaschen, Niesen in Armbeuge, mindestens 1,5 m Abstand halten etc.) müssen trotz Tragen einer Maske unbedingt weiter eingehalten werden!

Selbstgenähte Masken
Der Mangel an klassischen OP-Masken kann im privaten Bereich behelfsmäßig mit selbstgenähtem Mund-Nasen-Schutz überbrückt werden. Die Wirksamkeit hängt unter anderem von der Dichte des verwendeten Stoffs ab. Empfehlenswert ist kochfester Baumwollstoff. Möglicherweise kann ein kochfester Vliesstoff, der zusätzlich eingelegt wird, die Wirksamkeit erhöhen. Ein flexibler Nasenbügel aus Draht erhöht die Wirkung, da sich damit die Maske besser anpassen lässt.

Für beide Varianten gilt:
Ein Mund-Nase-Schutz dient allein dem Schutz anderer. Der Träger selbst ist nicht vor einer Ansteckung durch Andere geschützt. Wenn jedoch alle eine Maske tragen, kann der gegenseitige Schutz erhöht werden, wenn Sie folgende Grundlagen beachten:

  • Die Maske sollte beim An- und Ausziehen nur am Rand angefasst werden. Wird sie im gesamten Bereich angefasst, erhöht sich die Möglichkeit, Viren von der Hand an den Mundschutz oder vom Mundschutz ins Gesicht zu transportieren und die Wahrscheinlich einer Infektion steigt.
  • Dies gilt auch beim Tragen einer Brille. Die Kombination von Brille und Mund-Nasen-Schutz kann evtl. zum Beschlagen der Gläser führen. Der Sitz von Brille sollte nur am Bügel, der Sitz des MNS nur am Rand oder Band korrigiert werden.
  • Der Mund-Nasen-Schutz muss Nase, Mund und Kinn abdecken. Je enger eine Maske anliegt, desto besser. Daher ist bei selbstgenähten Modelle eine mit Draht zu bevorzugen, durch den der Sitz z.B. an der Nase verbessert wird. Schon ein Bart kann dafür sorgen, dass die Maske nicht eng genug anliegt und nicht so wirksam ist.
  • Ein Auf- und Absetzen der Maske oder ein Herunterziehen bis zum Kinn, um das Atmen zu erleichtern, wenn man alleine ist und das anschließende wieder anziehen bei Kontakt zu anderen, ist aus den o.g. Gründen unbedingt zu vermeiden. Genauso sollte der Mund-Nasen-Schutz beispielsweise nicht ausgezogen, gefaltet, weggelegt und erneut angezogen werden. Bei jeder Berührung des MNS besteht die Gefahr, dass das Virus von der Hand ins Gesicht oder vom MNS auf die Hand transportiert wird. Eine Eindämmung des Virus und eine Reduktion der Fallzahlen wären so nicht zu erzielen.
  • Sobald die Maske feucht ist (z.B. durch Sprechen oder Niesen), muss sie gewechselt werden – MNS aus Papier muss entsorgt werden, Masken aus Stoff können bei mindestens 60 Grad (besser noch: 90 Grad) gewaschen und dann erneut genutzt werden.

Wie genau man einen Mund-Nasen-Schutz anzieht, zeigt Ihnen hier unsere Kollegin Nicole Kreitz aus der Caritas-Pflegestation-Nord.

Unser Fazit

Solange der Mund-Nase-Schutz (ob als klassische OP-Maske oder ein selbstgenähtes Modell) Mund und Nase gut bedeckt, hält sie – je nach Material – bis zu 80 Prozent der ausgeatmeten Erreger zurück.  Auch im nicht-medizinischen beruflichen Umfeld ist das allgemeine Tragen von MNS eine Möglichkeit, das Infektionsrisiko bei unvermeidbaren „näher-als-1,50 m-Kontakten“ zu reduzieren. Und last-not-least kann es im eigenen Umfeld Risiken für andere vermindern.
ABER: Ein Mundschutz ersetzt nicht die allgemeinen Hygienemaßnahmen, ersetzt nicht den Abstand zu Dritten, ersetzt nicht die Husten- und Nies-Etikette und auch nicht das regelmäßige und ausgiebige Händewaschen. Hilfreiche Tipps u.a. zu den Hygieneregeln finden Sie auf dieser Seite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

 

Quelle: Newsletter „Healthy People, Healthy Business“ der arbeitsmedizinischen Praxis Dr. Suchodoll.

 

Josif Cvetkovski

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Josif Cvetkovski

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