Was wünschen sich wohnungslose Menschen in Aachen?
veröffentlicht am 21.09.2026
Am „Tag der wohnungslosen Menschen“ kamen unter dem Motto „Was wünschst du Dir von Aachen“ im Aachener Depot rund 40 Menschen zusammen, um offen über Wohnungslosigkeit zu sprechen. Eingeladen hatte der Arbeitskreis Niedrigschwelligkeit, in dem unsere Kollegen vom Café Plattform aktiv mitarbeiten. Im Mittelpunkt standen diesmal nicht Statistiken oder Zuständigkeiten, sondern die Erfahrungen und Wünsche der Betroffenen selbst.
Besonders deutlich wurde der Wunsch nach sicheren und menschenwürdigen Unterkünften. Genannt wurden mehr Privatsphäre, saubere Räume, Schutz vor Diebstahl und eine bessere Trennung von Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen. Auch psychische Erkrankungen und Suchterfahrungen spielen eine wichtige Rolle. Die Betroffenen wünschen sich deshalb individuelle Unterstützung und Ansprechpartner, die ihnen nicht nur bei der Wohnungssuche helfen, sondern sie auch nach dem Einzug begleiten.
Ein weiterer zentraler Punkt ist bezahlbarer Wohnraum. Viele Teilnehmer kritisierten, dass es zwar zahlreiche Gespräche und Ideen gebe, diese aber zu langsam praktisch umgesetzt würden. Bürokratische Hürden und fehlende Ressourcen erschwerten die Situation zusätzlich.
Politik und Verwaltung nahmen die Kritik auf, verwiesen jedoch auch auf begrenzte finanzielle und personelle Möglichkeiten. Gleichzeitig wurden konkrete Anregungen gesammelt, etwa wie Übergangswohnheime künftig besser auf unterschiedliche Zielgruppen ausgerichtet werden können.
Der Austausch zeigte vor allem eines: Wohnungslosigkeit braucht nicht nur kurzfristige Hilfe, sondern langfristige Perspektiven, ausreichend Wohnraum und individuelle Unterstützung. Es wurde deutlich, wie wichtig es ist, Betroffene direkt einzubeziehen und ihnen zuzuhören.
