Diginautis im Auftrag des Schulministeriums

veröffentlicht am 10.08.2026

In der ersten Jahreshälfte durfte die Fachstelle für Suchtprävention unserer Suchthilfe Aachen das Projekt „Diginautis“ zur Prävention exzessiver Mediennutzung im Grundschulter im Auftrag des Ministeriums für Schule und Bildung in ganz Nordrhein-Westfalen ausrollen. Ziel war und ist es, möglichst viele Grundschulkinder der Jahrgangsstufen 3 und 4 zu erreichen, damit sie zu einem gesunden und achtsamen Umgang mit digitalen Medien befähigt werden.

Dazu haben unsere Kolleginnen Yvonne Michel und Mareen Klünder an fünf Standorten in NRW  87 neue Trainerinnen und Trainer aus 41 kommunalen Medienzentren ausgebildet. Jedes dieser Medienzentren wurde nach der erfolgreichen Teilnahme an der eineinhalbtägigen Schulung mit 3 Diginautis-Trolleys sowie Verbrauchsmaterialien für die Kinder beliefert. In den meisten Kommunen starten nun nach den Sommerferien die sogenannten Schulungen für Anwenderinnen und Anwender – also für Lehrkräfte und Fachkräfte für Schulsozialarbeit, die dann eigenständig mit den Kindern mit Diginautis arbeiten können. „Wir freuen uns sehr – und sind auch ein bisschen stolz – dass unsere Materialien diese Reichweite erfahren und so gut von Kindern, Lehrkräften und neuen Trainerinnen und Trainern angenommen werden“, sagt Yvonne Michel, Leiterin der Fachstelle für Suchtprävention.

Entstanden sind die ersten Ideen zur Entwicklung des Projektes während Corona, als die Anfragen besorgter Eltern und Lehrkräfte aus den Grundschulen aufgrund des gestiegenen Medienkonsums der Kinder stark zunahmen. Durch Unterstützung der Caritas-Stiftung und Mitteln aus dem Förderprogramm „Aufholen nach Corona“ konnten die Ideen in konkrete Methoden, eine ansprechende Geschichte und attraktive Materialien fließen: Gemeinsam mit den Kindern brechen fortgebildete Lehrpersonen oder Fachkräfte für Schulsozialarbeit in jeder der fünf Unterrichtseinheiten zu einem Ausflug ins „Digiversum“ auf. Jede Einheit ist so gestaltet, dass sie sich gut in den Schulalltag einfügen, und Lehrkräften sowie Fachkräften für Schulsozialarbeit praxisnahe, leicht umsetzbare Materialien an die Hand geben. Dabei steht nicht das Verbieten, sondern das Stärken im Mittelpunkt: Kinder sollen befähigt werden, sich sicher und selbstbewusst durch das Digiversum zu bewegen.

Beim Digiversum handelt es sich um die Welt der digitalen Medien, die die Kinder als kleine „Forscher-Helferlinge“ erkunden. Jede Reise beinhaltet verschiedene Aufgaben, durch die sie zu „Diginautis“ ausgebildet werden. Am Ende jeder Einheit füllen die Kinder ihr Forschungstagebuch aus, ein Arbeitsbüchlein mit kleinen Schreib- und Malübungen. So fassen sie ihre Erkenntnisse zusammen. Die Inhalte regen daneben dazu an, auch außerhalb der Schulzeit in der Familie über das Thema digitale Medien zu sprechen und gemeinsam Familienregeln zum gesunden Umgang mit Medien zu entwickeln.

„Für den Moment ist das Projekt bezogen auf NRW beendet“, erklärt Mareen Klünder, Projektmitarbeiterin. „Aber schon jetzt zeigen sich noch Lücken in NRW und in größeren Städten ein höherer Bedarf. „Daher hoffen wir darauf, dass es im nächsten Jahr mit Diginautis in NRW weitergeht.“ Für die dazu notwendigen nächsten Schritte drücken wir den Kolleginnen die Daumen!

 

Diginautis-Plakat mit der kleinen Diginautis-Figuren: einem Astronauten mit weiß-grauen Anzug, Astronautenhelm und roten Accessoires, wie Kopfhörer, Smartphone und Tablet
Gudrun Jelich

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Gudrun Jelich

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